Aller Anfang ist schwer

Begonnen hat alles Ende der Siebziger Jahre in einem Schuppen in der Thomas Street in Waterford, als Jim Hayes am 2. Mai 1979 unter dem Namen "Great BACH Packing and Construction Company" seine eigene Rucksackproduktion mit dem Markennamen BACH gründete. Nach seiner Ausbildung als Designer hatte Jim bei Good Year gearbeitet und war während mehreren Jahren der Geschäftsführer des Equipment Herstellers Camp Trails (Ireland) gewesen.

Einige alte Maschinen aus den Beständen von Camp Trails (Ireland) und ein Adressbuch mit sämtlichen Kunden eben dieser Firma waren das Startkapital. Chronisch unterfinanziert und notorisch unzuverlässig verärgerte Jim in der ersten Zeit dann mehr Leute als je eine Outdoor Firma zuvor. Gleichzeitig begründete und pflegte er den Ruf von BACH als trinkfeste und lebensfrohe Firma...

Aller Anfang ist schwer
Kilkenny

Von seinen Gläubigern und den Steuervögten arg bedrängt zog sich Jim 1982 in seinen Heimatort Kilkenny zurück und führte - nun unter dem Namen BACH "Hi-Tech Leisure Ltd" - seine BACH Rucksackproduktion weiter.

Als 1986 die beiden TRANSA-Einkäufer Beat Vogt und Martin Wiesmann nach Irland reisen und mit Jim Hayes und seinem Bruder Edy ihre ersten Rucksäcke entwerfen, tritt die Entwicklung der Firma BACH in eine neue Phase. Weder Jim noch Martin ahnen, wie dieses Zusammentreffen beider Leben beeinflussen würde. Der eine ist ein netter Kerl, steht auf „exotische“ Designs und verfügt über mehr als 10 Jahre Produktionserfahrung. Der andere ist Bergführer, hat den Kopf voller neuer Ideen und verbringt die meiste Zeit im Freien beim Klettern, Weltenbummeln oder im Kajak. The perfect match?  Theoretisch ja...

Kilkenny
3. Oktober 1989 - Transbach Ltd

Die bankrotte BACH Hi Tech Leisure Ltd. wird im September 1989 liquidiert. Eine Schweizer Gruppe kauft den Markennamen BACH. Nach dem Motto "klein aber fein" will man in Kilkenny hochwertige Rucksäcke herstellen. Zudem will man sich weg vom irischen und englischen Markt verstärkt im deutschen und schweizerischen Markt entwickeln. Mit dem Vorsatz, unter dem Namen BACH in Zukunft nur noch hochwertige, aber schlichte Funktionsausrüstung anzubieten, wird optimistisch in das Fabrikationsgebäude und neue Maschinen investiert. Das für die Grösse der Firma massiv überdotierte Management Team besteht aus Danny O'Connell (Finanzen), Jim Hayes (Produktion) und Martin Wiesmann (Design, Sales & Marketing).

 

Während der ersten drei Jahre passiert dann vor allem nichts. Keiner hat auf einen neuen Rucksack-Messias gewartet. Jims Lieblingsspruch "pioneering does not pay" bewahrheitet sich einmal mehr: das neue "simple is beautiful" Image führt zum beinahen Totalverlust sämtlicher bestehender Kunden. Es gelingt nicht, von irgendeinem der tollen Produkte grössere Stückzahlen zu verkaufen. Per Ende 1992 scheidet Jim aus der Firma aus und eröffnet in Kilkenny einen Schuhladen. Martin wird alleiniger Geschäftsführer, Designer, Verkäufer und...

3. Oktober 1989 - Transbach Ltd
29.03.1995

BACH ergänzt das Firmenfahrrad um einen ersten Firmenbus – ein grosses Ereignis auf den damals noch weitgehend von röchelnden Rosthaufen geplagten irischen Strassen. Das verkehrstechnische Grossereignis wird - mit Groupy Bridget im Vordergrund - sogleich auf Celluloid verewigt.  Unverdrossen werden verschiedenste neue Produktideen realisiert, von denen - gut Ding will Weile haben - oft mehr als 100 Stück im Jahr verkauft werden. Langsam aber sicher weisen die Umsatzzahlen mehr Nullen auf als die Schulden bei der Bank...

29.03.1995
November 1995

Die BACH Crew bezieht das neue Fabrikgebäude im Hebron Industrial Estate in Kilkenny. Endlich haben alle mehr Platz – es gibt eine Kantine für das Mittagessen, getrennte Toiletten für Mann und Frau, einen Designraum und sogar ein grosses Büro für die zahllosen General Managers. Nur mit der Beleuchtung hapert's zu Beginn, doch nach der Ausgabe von Stirnlampen geht die Produktion flott weiter. Alle Näherinnen ziehen ins neue Gebäude um. Die meisten von ihnen arbeiten seit Jahren bei BACH. Sie sind bis heute unser grösstes Kapital.

November 1995
Sommer 2000

BACH überrascht die Fachwelt nicht nur mit einer revolutionären Rucksackkollektion, sondern auch mit einem meisterhaften Internetauftritt – sprachloses Staunen auf der ganzen Welt. Dominik ist so stolz auf sein Werk, dass es für seine nähere Umgebung kaum auszuhalten ist.

Weniger spektakulär aber langfristig zentral für das Überleben der Marke BACH beginnt der langsame Aufbau einer 2. Produktion in Vietnam. Diese ergänzt die Produktion in Kilkenny und hilft, das Wachstum zu bewältigen. BACH ist im Jahr 2000 die einzige wichtigere Rucksack Marke, die noch einen Grossteil der Fertigung in West-Europa hat.

Sommer 2000
Sommer 2004

Mit dem Kauf eines gebrauchten, mit allen technischen Finessen ausgestatteten Hubstaplers erfüllt sich Martin nicht nur einen lang gehegten Jugendwunsch, sondern besiegelt auch das traurige Schicksal unserer Aussenbeleuchtung. Im Anschluss an dieses wenig bravouröse Fahrmanöver organisiert Luzia einen Ausbildungskurs für Hubstaplerfahrer.

Im Juni 2004 verkleinern wir die Produktion in Kilkenny und bauen im Hinblick auf die Saison 2005 die Fertigung in Vietnam weiter aus. Kilkenny soll auch in Zukunft der Produktionsstandort für einen Teil der grossen Trekking-Rucksäcke sowie einiger eher exotischer Produkte bleiben. Das Festhalten am Produktionsstandort Kilkenny ist Ausdruck alter Freundschaften und wird uns auch weiterhin die Fertigung von Kleinserien und Custom-Fit Rucksäcken erlauben.

Sommer 2005

Bei einer kleinen Firma wie BACH ist das Zusammenarbeiten etwas sehr Persönliches. Wir kennen uns alle seit Jahren. Wir haben wie eine Familie gute und auch manchmal nicht so gute Zeiten miteinander durchgestanden. Wir haben uns den Auslagerungsentscheid deshalb nicht einfach gemacht und ihn gemeinsam mit unseren Mitarbeitern jahrelang vorbereitet. Alle unsere Leute haben heute dank der nach wie vor stark wachsenden irischen Wirtschaft zum Teil bessere Jobs als bei BACH. Das beruhigt auf der menschlichen Seite ungemein. Es ändert aber nichts daran, dass ein Teil des ursprünglichen Traums Geschichte geworden ist. Doch wir können das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.

Sommer 2005
Gründe für die vermehrte Auslagerung nach Asien:
  • Die irische Wirtschaft ist seit Mitte der Neunzigerjahre mit fast 10% pro Jahr gewachsen.
  • Seit 1995 haben sich bei BACH die Löhne vervierfacht.
  • Es gibt in Europa kaum noch Hersteller von Rucksackmaterialien.
  • Die Preise für Marken-Rucksäcke sind auf Grund der Asienproduktion und des seit Jahren sinkenden Dollarkurses selbst nominal tiefer als vor 10 Jahren.
  • Rucksäcke sind heute viel ausgeklügelter gebaut als vor 15 Jahren, sprich die Herstellung dauert bei einigen Modellen heute mehr als doppelt so lange.
  • Wir verkaufen rund 40% unserer Rucksäcke in der Schweiz: Der Franken ist im Vergleich zum Euro in den letzten 2 Jahren um rund 14% schwächer geworden. Diese Kursentwicklung frisst uns einen empfindlichen Teil unseres Rohertrages.
Gründe für die vermehrte Auslagerung nach Asien:
Konzentration auf die Produktion von Spezialitäten in Kilkenny:
  • Die Konzentration auf Custom-Fit Rucksäcke (Sonderfarben, Weglassen bzw. Ergänzen von Details) und spezialisierte Kleinserien ist eine Chance für den Produktionsstandort Kilkenny.
  • Nutze unser Know-How für deine persönlichen Rucksack-Wünsche"Made in Ireland"! Ab Euro 500.- ist bereits einiges möglich.
  • Swiss Design: Wir entwickeln auch Produkte für andere Firmen und andere Bereiche. Wir machen alles, was man nähen kann!
Qualität aus Asien:

Ein in Asien produzierter BACH Rucksack ist genau so solide und sorgfältig hergestellt wie ein irischer.

  • Weil die Näherinnen nichts von Rucksäcken verstehen, ist ein produktionstechnisch optimiertes Design sowie die Ausbildung und Kontrolle der Mitarbeiter von zentraler Bedeutung. Damit dies einfacher möglich ist arbeiten wir in Qingdao nur mit einer renommierten, gut organisierten Partnerfirma. Diese produziert seit bald 20 Jahren Rucksäcke.
  • Wir entwickeln unsere Rucksäcke selber und nähen alle Muster in Kilkenny.
  • Wir erarbeiten die technischen Spezifikationen und Produktionsabläufe selber.
  • Wenn immer möglich nähen wir eine erste Kleinserie in Kilkenny. Dies hilft uns beim Ausmerzen von design- und produktionsbedingten Kinderkrankheiten.
  • Wir sind so oft als möglich vor Ort. Dies verbessert die Kommunikation und hilft bei der gemeinsamen Lösung während der Produktion auftretender Probleme.
Asien - eine andere Welt

Eine Produktion in Asien ist etwas anderes als eine kleine Fertigung in Europa. Die Nähereien sind mit 300 bis zu 6000 Mitarbeitern riesig. Es ist oft heiss und schwül, man arbeitet in diesem Klima automatisch etwas weniger schnell. Die Stoffe können in Vietnam wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nur begrenzte Zeit gelagert werden. Die Menschen sprechen uns weitgehend unverständliche Sprachen und die Arbeits- und Führungskultur bleibt uns oft verschlossen.

Während unserer Arbeit in Asien haben wir uns vergewissern können, dass die Arbeitsplätze hell und gut belüftet sind, dass keine Kinder beschäftigt werden und dass die Löhne ein dem landesüblichen Niveau angepasstes einfaches Leben ermöglichen. Wir haben auch unsere Zulieferer in Korea und Vietnam besucht und uns deren Produktions- und Recycling-Verfahren angeschaut. Wir haben während unserer bisherigen Arbeit im Kontakt mit Vorarbeitern und Produktionsmitarbeitern einen Einblick in die sozialen, ökologischen und organisatorischen Verhältnisse unserer Partnerfirma gewonnen. Und last but not least - wir schliessen neue Freundschaften!